Ich hab ja eine wenig fundierte Meinung zum Thema Frau. Mein momentaner Trost ist es, dass ich notfalls jede Frau einmal werde klonen können, die ihre Zahnbürste bei mir hinterlegt hat. Sie können sich also vorstellen, dass ich hier folglich keine Debatte über Gender- / Gleichberechtigungsdebatten oder gar den Feminismus lostreten möchte – ich hätte für eine Position einfach keine ausreichende Begründung parat und deshalb halte ich mich vornehm zurück. Ganz anders als unsere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (also für alle, die anders sind als ich). Deren fundierte Meinung lautet nämlich:
„dass der heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau. Da kann ich nur sagen: Sorry, das ist falsch.“ (Quelle: SpOn)
Warum ihre Meinung hier richtiger sein soll als die von ihr angegriffene, kann man leider nur mutmaßen. Wenn sie sich auf irgendeine Fachliteratur zum Thema Sex and Submission bezieht, so nennt sie zumindest die Quellen nicht. Vielleicht spricht sie ja auch aus eigener Erfahrung, aber darüber möchte ich hier nicht mutmaßen. Jedenfalls gibt sie auch eine Begründung:
„Es ist absurd, wenn etwas, das für die Menschheit und deren Fortbestand grundlegend ist, per se als Unterwerfung definiert wird. Das würde bedeuten, dass die Gesellschaft ohne die Unterwerfung der Frau nicht fortbestehen könnte.“ (Quelle: SpOn)
Dieser wunderbare Satz, nicht nur einer Bundesministerin sondern ihres Zeichens Doktorin der Soziologie (samt Politik und Philosophie), würde in jeder universitären Lehrveranstaltung wohl recht naiv und lustig daher kommen. Einerseits folgt er dem altbewährten Muster: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Andererseits wird hier eine Definition mit einer Bewertung verwechselt. Das ganze kulminiert in der wunderbaren Schlussfolgerung:
"Dass Homosexualität die Lösung der Benachteiligung der Frau sein soll, fand ich nicht wirklich überzeugend." (Quelle: SpOn)
Wer fände denn das auch überzeugend, muss man sich da fragen. Ist das eine gängige These des Feminismus à la Schwarzer, der hier ja angegriffen werden soll? In jedem Fall ist es Balsam für die Bierzeltseele: „Die wollen, dass wir alle schwul oder lesbisch werden? Dann muss die Frauenquote weg.“ So funktioniert zwar keine sachhaltige Diskussion, jedoch wohl Politik. Ich möchte die Redefigur folgendermaßen abwandeln: Manche sagen, der Arbeitgeber könne kaum jemanden beschäftigen ohne ihn auszubeuten. Da kann ich nur sagen: Sorry, das ist falsch. Es ist absurd, wenn etwas, dass für unsere Wirtschaft und deren Fortbestand grundlegend ist, per se als Ausbeutung definiert wird. Das würde bedeuten, dass unsere Wirtschaft ohne die Ausbeutung des Arbeiters nicht fortbestehen könne. Aber dass eine stalinistische Diktatur die Lösung der Tarifverhandlungen sein soll, finde ich nicht wirklich überzeugend.
So macht argumentieren doch endlich wieder Spaß! Vielleicht darf man von Frau Staatssekretärin Schröder aber auch einfach nicht zu viel erwarten, ist doch das Zustandekommen ihres Doktortitels ein Fall für sich, indem CDU Seilschaften (networking) und ein gesunder monetärer Hintergrund eine gewisse Rolle spielten. Man muss sich schon die Frage stellen, welche Qualitäten dieser Frau sie für ihr Amt befähigen, außer dass sie jung ist und der Terminatrix recht ähnlich sieht. Der Wert ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist jedenfalls sehr zweifelhaft, der wissenschaftliche Wert ihrer politisch gefärbten Aussagen umso mehr. Über den Wert ihrer politischen Arbeit muss man meines Erachtens nicht einmal streiten. Ist das gerecht gegenüber denen, die redlich sich bemühen? Entscheiden Sie selbst…
(Kommentieren sie diesen Beitrag auf gonzosophie.de)Es ist ja eigentlich das Merkmal von Funktionären, immer und bei jedem Anlass das Gleiche zu sagen. Leider muss ich mich dieser Unart anschließen, bleibt der Befund doch gleich und fast jeder neue Tag bringt weitere Bestätigungen für die jüngst von mir getätigten Aussagen. Ich zitiere einfach mal eine ganze Passage aus dem "Deutschland Trend" von tagesschau.de:
>>Je reicher, desto mehr vom Aufschwung
Noch etwas fällt auf: Auf der einen Seite ist die deutlich verbesserte Wirtschaftslage für die Befragten völlig unstrittig. Erstmals seit zweieinhalb Jahren nennt eine Mehrheit von 61 Prozent die gegenwärtige wirtschaftliche Lage "gut" und nur eine Minderheit von 38 Prozent "schlecht". Noch im September war das Verhältnis beinahe umgekehrt. Bei der Frage, wem das neue Wachstum zugute kommt, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Nur 29 Prozent erklären, sie selbst profitierten vom Aufschwung. 71 Prozent haben nicht das Gefühl. Auch im letzten Aufschwung zwischen Herbst 2006 und Frühjahr 2008 schwankten bei dieser Frage die positiven Antwortwerte zwischen 20 und 30 Prozent. Das Bild ist also nicht neu.<<
Wir halten also fest, die Bundesbürger haben durchaus erkannt, dass sie keinen Anteil mehr am Wirtschaftswachstum haben und das seit Jahren. Dennoch befinden sie diese wirtschaftliche Lage für "gut". Soviel zu dem Glauben, dass "die Wirtschaft" mit dem persönlichen Profitieren von selbiger irgendwie nichts mehr zu tun zu haben scheint. Wie der "Trend" schon zeigt, ist das eben kein Trend sondern eine solide Entwicklung. Ich zitiere weiter:
>>Aber es sind wie damals die gleichen Gruppen, denen es besser geht, und die gleichen Gruppen, die vergeblich auf eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation warten. So erklären etwa 54 Prozent der Selbstständigen und Freiberufler, dass sie den Aufschwung persönlich spürten. Bei Arbeitern und Rentnern hingegen sind die Werte deutlich unterdurchschnittlich. Generell gilt: Je höher das Einkommen, desto größer auch der persönliche Vorteil. Und genau dieses Missverhältnis sorgt vermutlich für schlechte Stimmung gegenüber der Bundesregierung.>>
Achso! Was wir hier haben ist also vor allen Dingen ein Problem mit der schlechten Stimmung. Nicht die Umverteilung von unten nach oben sondern die Unzufriedenheit der Unterschicht ist das Problem. Gegen soviel Miesepeterei kommt der langsam nahende Karneval sicher gerade recht. Es ist unglaublich, mit wie viel Gleichmut und Selbstverständlichkeit unsere Medien über solche gravierenden und nicht zu leugnenden Fehlentwicklungen berichten. tagesschau.de spricht auch ohne weitere Umschweife davon, es sei (bloß) "gefühlte Ungerechtigkeit". Bildungsauftrag erfüllt! Der Aufhänger des Artikels ist folglich auch nicht etwa "Reich wird reicher, allen Anderen muss Armut reichen", sondern: "Grüner wird's nicht!". Die Grünen erklimmen immer neue Umfragehöhen und sind gleichzeitig eindeutig eine Partei der Besserverdienenden. Ja wunderbar, da steigt doch wenigstens die Stimmung. Und "Grün" ist immer noch ein schöneres Wort als "unzufrieden". Wenigstens glauben die Leute noch an unseren Verteidigungsminister, Herrn Guttenberg. Der als neuer Kanzler herbei gesehnte hat zwar erwiesenermaßen vor der Öffentlichkeit gelogen und sich dafür Sündenböcke gesucht, aber glücklicherweise wurden er und sein Oberst Klein keines Kriegsverbrechens überführt. Ist ja schließlich auch kein Krieg - nur ein gefühlter. Helau!
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