Tiri Tira, die Weiber sind zum Vögeln da, die Welt heißt das zu nutzen. Tiri Tiraun, bloß Denken schlafft den Hosensaum, verflüssigt jäh den Stutzen. Die Felder tauen, es spannt der Hahn sich wacker vor die Kammer. Â dieu, ihr Frauen, mir grient der Wahn. Ich schieß mir in den Kopf. Mit einem Minié! Geladen wird’s von vorn, Mit Pulver und mit Horn, solch Ende tut nicht weh. Da geht ein armer Tropf. Trara, Palim, dass ich am End zufrieden bin, so bar von jeder Scham, das überrascht. F: Doch horcht! Wer spricht so leise durch die Kammertür? Wer flüstert nur durchs Schlüsselloch und wagt sich nicht herfür? F: Ein Dämon, der den Zweifel wagt, von Anstand und von Sitte, ein Geist, den jähe Reue plagt, das Wissen um die Mitte, die, sagt man, gutes Leben prägt, und Rettung sei der Seele; nur all zu schwer erreichen kann, dass man sie nicht verfehle. F: Ein Wahn ist es, der Reden glaubt, von Ordnung und von Sinn, von einem Grund des Lebens spricht, so tief und so weit hin, dass er als steter Horizont am Ende dieser Welt, und jener mächtgen Sonne gleich, das Innerste erhellt. Ich kenne dieses Hoffen auch, ich weiß um jenes Licht, einst blendete es mich selbst, drum misse ich es nicht. F: Und wenn du noch geblendet bist und dich dein Sinn belügt? Wenn dich die andre Hoffnung nun statt dem von Neuem trügt? F: Ein Hoffen ist’s, ich leugne nicht, denn Hoffnung trägt die Welt, doch weder Glaub noch Sinn ist es, was diese Hoffnung hält. Ein Ende bloß, kein Zugewinn, ist mir nunmehr zum Ziel, verlangt man Nichts und Niemanden, so will man kaum zu viel.(Kommentieren sie diesen Beitrag auf gonzosophie.de)
Google = Gott? Ja, solche Vergleiche zieht man heute. Weiter: Google und Apple machen uns mit ihren Geräten gottgleich. Und das scheint heute eine These zu sein, die sich aufdrängt, wenn man den Zeitungen glauben will. So sei das Google Handy „die entscheidende Prothese auf dem Weg zum absoluten Wissen“ [Zeit 14.01.10], folglich nach nun meinetwegen 10.000 Jahren Kulturgeschichte endlich die Überwindung der Entzweiung von Sein und Erscheinung (Wissen und Welt). Also genau das, was seit dem Anbeginn der Philosophie alle Denker gleichwohl erträumten, obschon sie es für unmöglich hielten – Nexus One macht uns gottgleich. Doch wenn ich ein Glas Wasser drauf gieße, dann ist es kaputt. Und was ich vornehmlich damit tun kann, ist telefonieren und mir in kleinem Ausschnitt detailreiche Landkarten mit ausführlicher Legende ansehen. Entschuldigung, aber so bleib ich doch ein sehr fader deus ex machina.
Ist es die bloße Sehnsucht nach einer neuen, das Leben gänzlich umwälzenden Technologie, die diese Beschwörungen und Götzendienste hervorbringt? Das Internet vermochte es ja leider nicht, dem Leben eine gänzlich neue Qualität zu geben. Es hat lediglich dazu geführt, dass wir, was wir eh schon taten, jetzt online tun können: Kontaktanzeigen aufgeben und beantworten, Pornographie ansehen und Pizza bestellen. Sicher, es erleichtert uns den Zugang und darüber hinaus hat sich der Funktionsumfang etwas erweitert, aber nicht die Grundfunktionen, nicht die „Tiefe“. Sie mögen 1000 Facebookfreunde haben – wie viele davon laden sie zu ihrem Geburtstag ein? Web 2.0 führte bisher nicht zum Menschen 2.0, ja nicht einmal zum User 1.01 – im Gegenteil.
Und deshalb ist diese „Revolution der Kommunikation“ nicht viel mehr als die „Revolution des Fahrgefühls“ – ein bloßer Werbeslogan, der es wiedermal aus dem Anzeigenteil der Zeitung in den redaktionellen geschafft hat. Da mag man Kloppstock zitieren, soviel man will. Übrigens, der einzige Neogott (sprich I-Phonebesitzer) den ich kenne, besaß zwar dutzende „Apps“ für sein Gerät, konnte aber damit nicht mal Fotos auf seinen PC übertragen. „Viel zu kompliziert“ war seine Begründung. Ein völlig neuer Ansatz zur Theodizee.
